Ein junger Mann wurde unser Begleiter. Wir sollten so tun, meinte er, als ob wir ihn nicht kennen würden. Wir brauchten auch keine Angst zu haben, weil er immer mit uns in dem Zug sein würde.

Train station
Frühjahr 1943. Train Limoges–Toulouse.

Er gehôrte zu der Gruppe eines Grigori Garfinkel, Chef als "Georges Garel," der "Organisation Garel."

Garel wurde von der Untergrunds-organisation wegen seiner Courage und seinem Unternehmungsgeist der OSE übergeben.

Diese zwei Eigenschaften gehörten bestimmt dazu, um diese Kinder, mit ihren falschen, klebrigen Papieren unter der Nase des Tigers durchzuschmuggeln.

Der Zug war voll von Soldaten der Wehrmacht in ihren typischen feldgrauen Uniformen. Sie hatten allerlei zum Essen dabei.

Am meisten faszinierten mich ihre nierenförmigen Blechdosen, aus denen sie Butterbrote herausholten—das allergleiche Bauernbrot, das es vor Tausenden von Jahren bei der Oma Regina ganz früher in Becherbach gab—Wie schnell und gerne ich ein solches Butterbrot akzeptiert hätte!

Soldiers on the trainSogar meine Hose hätte ich freiwillig ausgezogen.

Ernst war dauernd beschäftigt—er rannte auf dem Korridor auf und ab; von Krankheit merkte man nichts mehr; die mutterliche Pflege der OSE Freiwilligen hatte gewirkt; es schien ihm wieder gut zu gehen. Die beiden dunkelbraunen Mädchen saßen in einem anderen Abteil: ich erinnerte mich auf einmal, daß ich dieses dunkle Aussehen schon einmal gesehen hatte und zwar als Karikatur in dem Nazihaßblatt "Der Stürmer," das sich in Becherbach in einem Mauerkasten befand, wo die Bevölkerung Rassenhaß lernen konnte und sollte.